Zeittafel zur historischen Entwicklung

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804  überläßt Kaiser Karl der Große  Nordalbingia  den verbündeten Wagriern (einem Stamm der Abodriten). Ihr Stammesgebiet war  das heutige Ostholstein. In Nordelbien lebten die sächsischen  Stämme der Holsaten, Stormerer, Dithmarscher. Die Wagrier hatten  die „aufsässigen“ Sachsen in der Schlacht von Bornhöved im Sinne Karls besiegt,  womit die Jahrzehnte währenden Sachsenkriege endeten. Es wurden  etwa 10 000 Familien zwangsumgesiedelt und durch Franken ersetzt.

 

809  revidierte Karl dasBündnis und die Grenzziehung bei seinem letzten Besuch und diktierte den Wagriern, die sich inzwischen mit den Dänen verbündet  hatten, den Verlauf des Limes Saxoniae, der  an der Elbe beginnt, entlang der Delvenau (Strecknitz), Billequelle, Beste, Trave und  Schwentine zu Eider und Ostsee führt und Holstein und Stormarn  von den Slawen trennt. Die Eider wird Nordgrenze des Frankenreiches. Den Wagriern bleibt nun nur das Land zwischen Limes und Ostsee  mit Oldenburg (Starigrad) als Hauptstadt. Der Limes war damit für immer die äußerste Westgrenze slawischer Besiedelung.

 

962  Otto der Große  (ein Sachse) wird  erster Römisch-Deutscher Kaiser  

 

1134  wird die Siegesburg von Kaiser Lothar auf Anraten des zukünftigen Bischofs  Vicelin auf dem heutigen Kalkberg auf slawischem Gebiet gebaut, der Bau einer Kirche an dessen Fuß  begonnen und ein Augustinerkloster gegründet in das Helmold von Bosau eintritt. Nach Lothars Tod.

 

1137  fallen Slawen aus  (Alt)-Lübeck in Holstein ein und zerstören  die Siegesburg. Vicelin und Helmold  fliehen und verlegen  das Kloster von Segeberg  nach Neumünster. Die Sachsen dringen   im Gegenzug nach Osten vor und erobern bis

 

 1139  das wagrische und polanische Slawengebiet bis zur Ostsee.  Das Augustinerkloster wird von Neumünster nach Högersdorf  verlegt. Der Limes verliert seine Bedeutung als politische  Grenze.    Die Besiedelung Leezens durch Slawen (Wagrier) könnte schon in dieser  Zeit begonnen haben. Aus Wagrien  wurde dann das heutige Ostholstein.

 

 1147 gelangte im Verlauf des 2. Kreuzzuges der Wendenkreuzzug bis an die Oder und die Unterwerfung der Slawen (Wenden) und die Christianisierung schreiten fort.

 

1147 wird die Siegesburg wieder aufgebaut.

 

1150 wird das Kloster wieder nach Segeberg verlegt. Slawen beginnen  mit Holsten und Stormarnern vor allem im sächsischen Grenzgebiet entlang des Limes (Schwentine, Trave, Beste) gemeinsam zu siedeln. Die Stadtgründungen von Oldesloe (Tadeslo), Reinfeld und die Christianisierung von Ratzeburg liegen in dieser Zeit. In dieser Zeit ist auch Leezen (Latzinghe) entstanden. Da Nordelbien chronisch unterbevölkert war, wurden Siedler aus Germanien, Friesland und Holland angeworben und eingebürgert.

 

1152 erfolgt die Grundsteinlegung der Segeberger Klosterkirche der  heutigen Marienkirche, der ältesten Backsteinkirche in Nordelbien.

 

1167 beschreibt Helmold von Bosau in der Slawenchronik die von Karl  dem Großen geführten kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen Slawen, Sachsen, Germanen und Franken.

 

1184 verläßt Meinhard von Segeberg das Augustinerkloster und beginnt die  Missionierung in Livland (Lettland). Zwei Jahre später wird später er  dort zum Bischof geweiht. Sein Grab liegt im Mariendom von Riga.

 

1192 wird Latzinghe erstmalig in einer kaiserlichen Urkunde erwähnt. Gemäß dem Deutschen Ortsnamenbuch hat sich der Name mehrmals geändert; 1457 Leetzinghe, 1543 Lezingk, 1856 Leezen. Es gibt unterschiedliche Deutungen des ursprünglichen Namens. In diesem Buch wird er auf die Wortstämme gelaet = Wasserleitung und ing = Siedlung zurückgeführt und so einen Ort am Wasser bezeichnen. Die Besiedelung des Dorfes fand aber schon sehr viel früher statt.

 

1199 wird unsere Kirche in einer päpstlichen Urkunde als abgabenpflichtig für das Kloster Segeberg genannt. Die Leezener Felssteinkirche entstand  möglicherweise als Vicelin-Kirche Jahrzehnte davor.

 

1201 werden Holstein, Dithmarschen und Stormarn dänisch und gehören bis 1864 zum multi-ethnischen dänischen Gesamtstaat gemeinsam mit Schleswig, das seinerzeit auch Südjütland einschloss.

 

1526  begann die Verbreitung der lutherischen Thesen in Dänemark und Nordelbien

 

1539 wurde die lutherische "Ordatio" eingeführt und

 

1542  nahm der Landtag in Rendsburg die Lutherische Kirchenordnung "einvernehmlich"an.              Im  Gegensatz zu Süddeutschland verlief die Abkehr vom katholischen und die Hinwendung zum lutherischen Glauben ohne gewalttätige Auseinandersetzungen.

 

1556  bis 1598 wirkt Heinrich Rantzau als Statthalter des Dänischen Königs in Schleswig-Holstein und als Amtmann in Segeberg.

 

1566 wird das Kloster Segeberg als Folge der Reformation aufgelöst.

 

1637 beginnen erste chronologische Aufzeichnungen im Leezener   Kirchenbuch durch Pastor Heinrich Hartung.             

 

1645  im Verlauf des Dreißigjährigen Krieges werden  Leezen und  Heiderfeld im Dänisch-Schwedischen Krieg vollständig zerstört.

 

1765  beginnt mit der Verkoppelung  ein revolutionärer Umbruch der  ländlichen Gesellschaft. Das genossenschaftliche  Gemeinwesen  (Allmende; Wälder, Wiesen, Moore, Heide, Wege, Gewässer)  und die Zwangsbewirtschaftung  (Flurzwang) der privaten  Äcker   (Allod)  fanden ein Ende. Aus einem Flickenteppich von kleinen  Ackerflecken  entstanden durch Umverteilung, Zusammenlegung und  Privatisierung der Allmende zusammenhängende wirtschaftliche  Flächen in privatem selbstbestimmten Eigentum. Der Umbruch zog sich hin bis in das

19. Jahrhundert.   

 

1845 wird Hans Jakob Möller im Alter von 23 Jahren Bauernvogt und bleibt im Amt  bis 1907.

 

1856 erhält Leezen seine heute gültige Schreibweise.

                                                                                                              

1864  werden nach dem gewonnen Krieg die Herzogtümer  Holstein, Stormarn und  Dithmarschen preußisch-östereichischer Verwaltung unterstellt.

 

 1870  wurde unsere Kirche abgerissen und  mit dem ursprünglichen  Kirchturm neu erbaut. Der Abriß und Wiederaufbau wurde von  Pastor Decker  detailliert dokumentiert. Die Kirche wird in der aktuellen Liste der Kulturdenkmale geführt.

 

1880 gründet Hans Jakob Möller in Leezen die Dampf-Eis Meierei.

 

1887  fand in Leezen das 1. Vogelschießen statt.

 

1937  werden Leezen, Heiderfeld und Krems durch einen Verwaltungsakt  zu einer Gemeinde zusammengelegt und das Amt Leezen gegründet.  Durch Gesetz werden Kirche und Schule getrennt.

 

1939 veröffentlicht Pastor Dr. Meifort seine bis ins 15. Jahrhundert zurückreichende Chronik über die Geschichte bäuerlichen Besitzes in Leezen.

 

1945/46  verdreifachte sich die Einwohnerzahl durch  Vertriebene aus dem  Osten.   

 

1949 gibt sich Leezen ein Gemeindewappen

 

1952  entsteht in mehrjähriger Arbeit eine ausführliche Ortschronik durch den Lehrer Herrn Holtz.  Sie beschreibt in fünf Bänden "Die Landwirtschaft", "Das Dorfbild", "Die Schule", "Die Kirche", "Das Genossenschaft- und Vereinswesen"

 

1952 Der Bürgerverein wird gegründet.

 

1978/79 Die große Schneekatastrophe hat Leezen und ganz Norddeutschland für Wochen fest im Griff.

 

1998 Die Errichtung von zwei Supermärkten (REWE und Penny) steigert Leezens Bedeutung als Zentralort.

 

2009 Das Schulzentrum Leezen wird Gemeinschaftsschule. Unser Dorf hat durch seine umfassende kommunale und wirtschaftliche Infrastruktur eine große Anziehungskraft gewonnen.

 

2015 Mit dem Anschluß an das Glasfasernetz erreicht das schnelle Internet unser Dorf.